TESLA ROADIE
UND SEIN MANFRED HILLINGER

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Elektrovorfahre

Manfred Hillinger ist durch seine Arbeit als IT-Consultant immer schon neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen gewesen. Die Anschaffung eines Tesla Roadster war trotzdem nicht geplant – aber es sollte anders kommen – Vizepräsidentschaft im ersten Tesla-Club Österreichs und zahlreichen Anektoten inklusive.

WIE ALLES BEGAN

Manfreds markante Kappe sticht beim Kennenlernen gleich ins Auge – unzählige Wanderabzeichen schmücken sie, dazwischen ein Tesla-Logo und die Webadresse des Clubs. Manfred hat die Gipfel aber nicht per pedes, sondern mit seinem „Roadie“ – wie der Roadster unter Insidern zärtlich genannt wird – erklommen. Durch ganz Europa ist er mit den Clubmitgliedern zu Tesla-Treffen getourt, wohlgemerkt ohne ausgebautes Netz an Ladestationen. Da musste am Heimweg Richtung Wien schon mal der Starkstromstecker einer Müllpresse an der Raststation Ansfelden herhalten, um die Extrameile nach Hause zu schaffen. Dafür wurde kulinarisch gut zugelangt und in die Kaffeekasse ein Zehner eingeworfen.

ELEKTRIFIZIERT,
ABER RICHTIG!

Der Einstieg in die Leidenschaft

Die Anschaffung des knallorangen Strommobils war aber gar nicht so konkret geplant. Tesla hatte gerade erst am Markt Fuß gefasst und „nur mal so“ das Interesse von Manfred geweckt. Der Verkauf lief damals über Testfahrten mit dem Geschäftsführer höchstpersönlich, der dann sogleich Nägel mit Köpfen machen wollte – wissend, dass Manfred bereits elektrisiert war.

Dieser musste noch eine Nacht zum „Darüberschlafen“ erbitten, um nach familieninternen Verhandlungen tags darauf zuzusagen. Ein Computer im Carbonmantel, auf Basis der Lotus Elise, stand ab sofort in der Familiengarage – und weitere sollten folgen. Aber nicht nur als Sammlerstück, neben den Clubausfahrten wurde der Roadie primär als Alltagsfahrzeug für Kurzstrecken genutzt. Mittlerweile hat ein Model 3 diese unwürdige Rolle übernommen.

„Zeiler ist nicht so verbohrt wie viele andere Werkstätten, die mir begegnet sind.“

PREMIERE
BEI ZEILER

Nachdem der flache Roadie im Stadtverkehr von einem Rechtsabbieger übersehen worden war und sich der seitliche Schweller beim Kontakt gemeinsam mit Stoßstange und Felge dezent verformt hatte, wurde Manfred bei Roman Zeiler, damals noch im Backsteinbau der ehemaligen ELIN, vorstellig. Dieser besaß bereits eine Tesla-Zertifizierung, die er aber nicht an die große Glockehängte, um die konventionelle Verbrennerkundschaft  im Luxussegment nicht zu verstören. 

Manfred konnte die anfängliche Skepsis von ZEILER gegenüber der seltenen Spezies seines fahrbaren Untersatzes förmlich spüren – amerikanisch, elektrisch, carbon(isch) – eine Mischung, die in heimischen Kfz-Werkstätten oft schon aus Prinzip „ned ang’rührt“ wird. Nicht so bei ZEILER. Anknüpfend an die bereits bekannte gute Lackarbeit wurde der Schaden umgehend repariert und war anschließend nicht mehr zu sehen. Die kaputte Felge ziert übrigens noch heute Manfreds Man Cave. 

SELTENE SPEZIES

Nur noch rund 2000 Roadies sind weltweit gemeldet – europaweit gar nur 500. Manfreds erster Roadie, Baujahr 2011, quasi das erste Facelift des Ur-Roadies, gehört nach wie vor zu dieser seltenen Spezies. Die beliebte Basis der Lotus Elise stand, wie auch beim Opel Speedster, Pate für Teslas Erstlingswerk. Das extrem bodennah gebaute Fliegengewicht ist die absolute Spaßrakete und lädt zum „binären Fahren“ ein – also Vollgas oder kein Gas. Das saugt die Akkus rasch leer, dennoch sind rund 300 Kilometer mit der orangen Wertanlage auf vier Rädern immer noch möglich.

„Eine neue Generation übernimmt das Steuer in der Tesla-Szene.“

DIE TESLA SZENE
WIRD BREITER

Model 3 als Einstiegsdroge

Manfred schraubt selbst an seinem Tesla und baut Customladestecker, um den nicht mehr kompatiblen Roadie ans Netz zu bringen. Während solche Tech-Nerds wie er aussterben, wächst die Szene rund um das Model 3. Die Einstiegsdroge in die Welt von Tesla zieht neue Käuferschichten an und ist auch attraktiv für den Tuningmarkt.

Steigende Zulassungen, befeuert vom „Mythos Tesla“, schaffen auch rosige Aussichten für zertifizierte Werkstätten wie ZEILER, die bereits jetzt auf einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit den Elektroflitzern zurückblicken können. Denn hier bleibt Tesla konsequent – nur Approved Body Shops dürfen Hand anlegen, sonst droht im schlimmsten Fall neben dem Garantieverlust der Vermerk „Totalschaden“ in der Datenbank – und damit das Aus für Updates.

TESLA ERFAHREN

Manfred Hillinger setzte gerne auch andere unter Strom und bat auf Anfrage Testfahrten oder die Vermietung seiner Stromer an – vor allem die Roadies waren gefragt. Jahre später, genießt Manfred dieses Vergnügen nun exklusiv in trauter Zweisamkeit.