Reparatur
Model X

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Einmal mit Alles!

Wie ein Model X im Stand zum Totalschaden wurde – und heute dennoch bald wieder vergnüglich an der Powerwall nuckeln wird. Eine Reparatur-Story mit Fortsetzung.

Parkschaden deluxe

Es gehört schon einiges dazu, um unser Team aus der Reserve zu locken. Zu lange sind wir schon im Geschäft, zu viel haben wir schon gesehen und erlebt. Der Tesla Model X mit „Parkschaden“ führte dann aber doch zu Gemurmel und leicht entglittenen Gesichtszügen. Das größte Pferd im Stall der Kalifornier, an sich in seinem Auftritt nicht unbedingt zerbrechlich anmutend, war am Straßenrand geparkt worden.

Ein offensichtlich stärkeres Gefährt hatte den Tesla im Vorbeifahren touchiert, wie man so schön sagt. Einem Spielzeugauto gleich wurde der Elektroriese gegen die Bordsteinkante gedrückt. Die Wucht des Aufpralls riss das linke hintere Rad aus der Achse, zurück blieb ein völlig verzogenes und eingeknicktes Heck, die charakteristischen hydraulischen „Falcon-Flügeltüren“ hingen in Fetzen. Parkschaden –  ein dehnbarer Begriff.

STEP 1
SCHADENSERHEBUNG

Fassungslosigkeit

Immer noch fassungslos begannen die Techniker unseres Tesla Approved Body Shops nach Protokoll mit der Demontage des Model X. Oftmals verstecken sich Kabelbrüche oder sonstige elektronische Schäden und sind auf den ersten Blick nicht sichtbar. Darum schreibt Tesla seinen Partner auch ein striktes Prozedere vor. Hinter dem zerstörten Radkasten offenbarte sich dann erst das volle Ausmaß des Parkschadens. Die dort versteckte Steuereinheit der Hochvoltanlage war gebrochen, die Elektronik außer Funktion. Die Schadensliste dieses vermeintlich kleinen Parkmalheurs wurde länger und länger – der Kunde war fassungslos.

STEP 2
ROHTEILE AUSRICHTEN UND

ELEKTRODEFEKTE ORTEN

Ob seiner Komplexität sind Instandsetzungen an einem Tesla immer aufwendig. Es kommt nicht von ungefähr, dass Tesla dazu eigens Body Shops zertifiziert. Das beginnt schon beim Heraustrennen beschädigter Bereiche. Die verklebten Karosserieteile lassen sich nur unter hohen Temperaturen trennen und haften mitunter stärker als herkömmliche Schweißnähte. Mit frischen Bauteilen machten sich die Karosserietechniker schließlich auf der elektronischen Richtbank wieder ans Begradigen des Model-X-Rahmens.

WENN SICH DIE KATZE
IN DEN SCHWANZ BEISST

Elektronikdefekt

Besonders aufwendig gestalteten sich im konkreten Fall die Einpassung der Reparaturbleche sowie die Ermittlung der korrekten Spaltmaße. Bei Tesla ist dies nur dann möglich, wenn der „normale“ Betriebsstatus auch seitens der Elektronik wiederhergestellt ist, sich Teile wie etwa die elektrischen Flügeltüren samt ihrer Hydraulik ordnungsgemäß bewegen. Schwierig bloß, wenn die Steuerplatine selbst Objekt der Instandsetzung ist. So gilt es, zeitaufwendig Stromlaufpläne durchzuackern und tief in die komplexe Architektur des Tesla-Betriebssystems abzutauchen.

„Spaltmaße können nur im elektronisch einwandfreien Betriebszustand angepasst werden.“

MATERIALIEN AUS DER RAUMFAHRT UND TESLA-SPEZIFISCHE WERKZEUGE MACHEN´S GUT

Bei Tesla dürfen Karosserieteile ausschließlich mittels exakt spezifiziertem Zweikomponentenkleber verbunden werden. Ursprünglich in der Raumfahrt eingesetzt, passt sich dieser „Aluminiumstrukturkleber“ perfekt an die Formteile an und verbindet diese bombenfest. An fix vorgegebenen Stellen gilt es, die zu verbindenden Karosserieteile zusätzlich zu vernieten. Ein spezielles Tesla-Nietwerkzeug sorgt auch hier für die geforderte Ausführung und Präzision. All dies dient nicht nur der strukturellen Festigkeit, sondern beugt nach der Versiegelung, auch gezielt möglicher Korrosion vor. Und vor allem: Nur so können Garantien seitens des Herstellers abgegeben werden.

DAS GUTE KOMMT ZUM SCHLUSS

Da der X zum Redaktionsschluss von einer Fertigstellung noch Wochen entfernt war, haben wir uns für eine Fortsetzungsstory entschieden. Die nächste Folge wird sich dann vor allem Lackierarbeiten und dem aufwendigen Rückbau der Innereien widmen.

to be continued.